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RADAR Release v1.26: Verbesserter Daten-Upload, KI-gestützte Schlagwort-Erweiterung und neue Nutzerrolle

Veröffentlicht: 05.11.2026
  • Überblick
  • Optimierter Daten-Upload: Mehr Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit
  • Schlagwort-Erweiterung mit KI (Beta)
  • Neue Nutzerrolle „Datensatzkurator:in“
  • Zwei neue Metadatenformate: xMetaDissPlus und DCAT
  • Neue Filterfacette „Beitragende“

Überblick

Ab 05. November 2026 steht RADAR Cloud in der Software-Version v1.26.2 (Frontend) / v1.19.0 (Backend) zur Verfügung.

Mit diesem Software-Release haben wir den Funktionsumfang von RADAR in mehreren Bereichen umfassend erweitert. Im Mittelpunkt stehen ein grundlegend überarbeiteter Daten-Upload, der die Übertragung von Dateien und ganzen Verzeichnisstrukturen deutlich vereinfacht, sowie eine optionale KI-gestützte Funktion zur Schlagwort-Erweiterung, die eine verbesserte Metadatenerschließung unterstützt.

Mit der neuen Nutzerrolle „Datensatzkurator:in“ und einer erweiterten Berechtigungsverwaltung ermöglichen wir zudem eine flexiblere Zusammenarbeit an einzelnen Datenpaketen. Darüber hinaus verbessern wir die Interoperabilität und Auffindbarkeit von Forschungsdaten durch die Unterstützung der zusätzlichen Metadatenformate xMetaDissPlus und DCAT sowie die neue Filterfacette „Beitragende“ in der Publikationsliste.

 

Die Neuerungen im Detail:

Optimierter Daten-Upload: Mehr Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit

Mit dem neuen Software-Release haben wir den Daten-Upload über die RADAR-Weboberfläche grundlegend überarbeitet, deutlich vereinfacht und für eine zuverlässige Datenübertragung optimiert. Während bisher nur einzelne Dateien hochgeladen werden konnten und ganze Verzeichnisse zunächst in Archivdateien (z.B. .zip) verpackt werden mussten, bietet das neue Upload-Formular wesentlich flexiblere und intuitivere Möglichkeiten.

Ab sofort können auch mehrere Dateien und ganze Verzeichnisse gleichzeitig hochgeladen werden – einzeln oder in beliebiger Kombination. Die Auswahl erfolgt wie gewohnt per Drag-and-drop oder über den Dateimanager. Die ursprüngliche Verzeichnisstruktur bleibt dabei erhalten, so dass auch umfangreichere Datenbestände ohne vorheriges Verpacken in Archivdateien direkt in RADAR übernommen werden können. Auch bei bereits angelegten Datenpaketen im Status „In Bearbeitung“ stehen diese flexiblen Upload-Möglichkeiten zur Verfügung, um weitere Dateien und Verzeichnisse hinzuzufügen.

Die Benutzeroberfläche wurde ebenfalls umfassend modernisiert. Ausgewählte Dateien und Verzeichnisse werden vor dem Upload in einer übersichtlichen, hierarchisch gegliederten Liste dargestellt. Einzelne Verzeichnisse lassen sich auf- und zuklappen, um auch bei umfangreicheren Datenbeständen den Überblick zu behalten. Dateien und Verzeichnisse können bei Bedarf wieder aus der Auswahl entfernt werden. Zusätzlich zeigt das Upload-Formular die Anzahl der hochzuladenden Dateien und Verzeichnisse sowie deren gesamtes Datenvolumen an.

Für die Übertragung über den Browser gelten in RADAR Cloud ab sofort Upload-Grenzen von maximal 1.000 Dateien und 25 GB pro Upload-Vorgang. Bei RADAR Local können abweichende Grenzwerte gelten. Die jeweils geltenden Upload-Grenzen werden direkt im Formular angezeigt. Ist das verfügbare Speicherkontingent geringer als die jeweilige Volumengrenze, wird der entsprechend niedrigere Wert angezeigt. Die Upload-Begrenzungen tragen zu einer zuverlässigen Datenübertragung über den Browser bei und erleichtern die Wahl des geeigneten Upload-Verfahrens. Für größere Datenmengen und umfangreichere Dateibestände stehen weiterhin WebDAV und die RADAR REST API zur Verfügung.

Schlagwort-Erweiterung mit KI (Beta)

Ab sofort bietet RADAR eine optionale KI-gestützte Funktion zur Erweiterung von Schlagworten im Metadateneditor an. Die Funktion kann über die Schaltfläche „Schlagwort-Erweiterung mit KI (Beta)“ in der rechten Navigationsspalte aufgerufen werden. Der neue RADAR Keyword Service ermöglicht es, auf Grundlage bereits vorhandener (Meta)daten zusätzliche relevante Schlagwörter zu ermitteln. Damit unterstützt RADAR die fachliche Erschließung von Forschungsdaten und verbessert deren Auffindbarkeit.

Der RADAR Keyword Service basiert auf dem Analyseverfahren KeyBERT, das mithilfe von BERT-Sprachmodellen (Bidirectional Encoder Representations from Transformers) relevante Schlüsselwörter und Wortgruppen aus Texten extrahiert. Die BERT-Sprachmodelle berücksichtigen dabei den sprachlichen Kontext, während KeyBERT die Begriffe hinsichtlich ihrer inhaltlichen Relevanz bewertet. Generative KI kommt dabei nicht zum Einsatz. Die Verarbeitung erfolgt auf einer von FIZ Karlsruhe selbst betriebenen KI-Infrastruktur.

Für die Schlagwortanalyse stehen derzeit knapp 20 unterschiedliche BERT-Sprachmodelle mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten zur Auswahl. Nutzende können ein geeignetes Modell auswählen, die maximale Anzahl der zu ermittelnden Schlagwörter festlegen und entscheiden, ob neben den Metadaten (Titel und Beschreibung) auch eine README-Datei in die Analyse einbezogen werden soll. Auf dieser Grundlage extrahiert der RADAR Keyword Service relevante Begriffe und Wortgruppen. Diese werden anschließend über den Terminologieservice TS4NFDI mit standardisierten Terminologien aus einer vom Nutzenden zuvor ausgewählten Ontologiesammlung abgeglichen, um passende standardisierte Schlagwörter vorzuschlagen. Die ermittelten Schlagwortvorschläge werden im Metadateneditor farblich hervorgehoben. Nutzende können diese prüfen, bei Bedarf entfernen und durch Speichern in die Metadaten übernehmen. Die Entscheidung über die Ergänzung der Schlagwörter liegt somit vollständig bei den Nutzenden ("human-in-the-loop").

Die neue optionale Funktion wird zunächst als Beta-Version bereitgestellt und ist standardmäßig deaktiviert. Vertragsadministratoren können sie gezielt für einzelne oder alle Arbeitsbereiche freischalten. Perspektivisch kann die Auswahl der verfügbaren Sprachmodelle erweitert werden, auch in Abstimmung mit wissenschaftlichen Fachcommunities.

Neue Nutzerrolle „Datensatzkurator:in“ und erweiterte Berechtigungsverwaltung

Mit dem neuen Software-Release führt RADAR die Nutzerrolle „Datensatzkurator:in“ (Dataset Curator) ein. Gleichzeitig wird die bestehende Möglichkeit, Datenpakete mit anderen Nutzenden zu teilen, erweitert und in einer einheitlichen Berechtigungsverwaltung zusammengeführt.

Vertragsadministrator:innen und Kurator:innen können damit gezielt Berechtigungen für einzelne Datenpakete vergeben und festlegen, wer diese bearbeiten oder lesend darauf zugreifen darf. Dafür stehen zwei Rollen zur Verfügung:

  • Leseberechtigte (Dataset Reader) können auf ein Datenpaket lesend zugreifen, jedoch keine Änderungen vornehmen. Diese Möglichkeit bestand bisher bereits für archivierte Datenpakete sowie für publizierte Datenpakete im Embargo. Sie wird nun auch auf Datenpakete im Status „In Bearbeitung“ ausgeweitet.
  • Datensatzkurator:innen (Dataset Curator) können ein Datenpaket bearbeiten und die jeweils verfügbaren Aktionen ausführen, beispielsweise Metadaten bearbeiten, Forschungsdaten hochladen, eine Begutachtung einleiten, das Datenpaket archivieren bzw. publizieren und nachträglich Metadaten korrigieren. Anders als bei Kurator:innen eines Arbeitsbereichs sind ihre Berechtigungen auf das jeweilige Datenpaket beschränkt. Ein Zugriff auf weitere Datenpakete desselben Arbeitsbereichs wird damit nicht gewährt.

Die Berechtigungen werden direkt am Datenpaket verwaltet: In der rechten Navigationsspalte steht unter „Zugriff und Berechtigungen“ die Schaltfläche „Berechtigungen verwalten“ zur Verfügung. Über das zugehörige Formular können registrierten RADAR-Nutzenden die beiden Rollen zugewiesen und Berechtigungen jederzeit wieder entzogen werden.

Datenpakete, für die Nutzende eine entsprechende Berechtigung erhalten haben, werden nach der Anmeldung auf dem Dashboard unter „Direkt zugängliche Datenpakete“ mit der jeweils zugewiesenen Rolle aufgelistet. Sie können dort direkt aufgerufen werden, ohne dass ein Zugriff auf den zugehörigen Arbeitsbereich erfolgt.

Die neue Rolle „Datensatzkurator“ ermöglicht damit eine gezielte Zusammenarbeit an einzelnen Datenpaketen, ohne Zugriff auf den gesamten Arbeitsbereich gewähren zu müssen. Dies bietet insbesondere bei institutionsübergreifenden Forschungsprojekten oder API-gestützten Workflows zusätzliche Flexibilität.

Zwei neue Metadatenformate für Download und Harvesting: xMetaDissPlus und DCAT

Ab sofort unterstützt RADAR zwei zusätzliche Metadatenformate: xMetaDissPlus und DCAT. Auf den Landingpages veröffentlichter Datensätze stehen damit insgesamt zwölf Exportoptionen für Metadaten zur Verfügung. Beide Formate werden künftig auch über den RADAR OAI-Provider für den automatisierten Metadatenabruf (Harvesting) angeboten.

  • xMetaDissPlus ist ein XML-basiertes Austauschformat, das von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) gemeinsam mit dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) entwickelt wurde. Es dient dem standardisierten Austausch bibliografischer Metadaten, unter anderem zu Forschungsdaten, und kann beispielsweise für die Übernahme von Metadaten in Forschungsinformationssysteme wie HISinOne-RES genutzt werden.
     
  • DCAT (Data Catalog Vocabulary) ist ein vom World Wide Web Consortium (W3C) standardisiertes RDF-Vokabular zur Beschreibung von Datensätzen in Datenkatalogen. Es erleichtert den Austausch und die Zusammenführung von Metadaten aus unterschiedlichen Quellen und verbessert die Auffindbarkeit von Datensätzen über verschiedene Portale hinweg, beispielsweise im Open-Data-Bereich.

Die Erweiterung wurde von der Universität Würzburg initiiert, die mit WueData eine lokale RADAR-Instanz betreibt und auch die initiale Metadatentransformation mittels XSLT-Stylesheets entwickelt hat.

Neue Filterfacette „Beitragende“ in der Publikationsliste

Die RADAR Publikationsliste lässt sich ab sofort auch nach Personen und Institutionen filtern, die als „Beitragende“ an einem Datensatz mitgewirkt haben. Die neue Facette ergänzt die bereits vorhandenen Filter „Ersteller“, „Herausgeber“ und „Rechteinhaber“. Insgesamt stehen damit zwölf Filteroptionen zur gezielten Eingrenzung der publizierten Datensätze zur Verfügung.

 

 

Hinweis: Dieses Software-Release betrifft auch die auf RADAR basierenden communityspezifischen Publikations-Services für Forschungsdaten: 

  • RADAR4Chem, gefördert durch NFDI4Chem (DFG Projektnr. 441958208)
  • RADAR4Culture, gefördert durch NFDI4Culture (DFG Projektnr. 441958017)
  • RADAR4Memory, gefördert durch NFDI4Memory (DFG Projektnr 501609550) 
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